„Making of“ Karla K. und das böse C

Das ist das Handyfoto, der Anfang von allem.

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Ich überlegte, was die Krabbe machen könnte. Evelin hat die Krabbe ja so entworfen und hergestellt, dass sie ja einige Körperteile (z.B. die Füße) bewegen kann. Also kann sie von rechts nach links laufen (und zurück). Sie kann Arme und Klauen verdrehen und dann hatte ich die Idee, die Pupillen zu bewegen, damit sie in verschiedene Richtungen schauen kann!
Die „action“ war klar: Karla fängt das Virus und macht es unschädlich!
Das Virus-Ding hatte ich ja schon von den drei anderen Filmen. Konnte ich also recyceln ;o)

In „echt“ kann man bei Karla die Klauen, die Arme und ein bischen die Füße bewegen. (Bei den Füßen sieht man noch die Nieten, die die Füße am Körper fixieren). Für meine Animation mußte ich zuerst den Hintergrund entfernen („freistellen“) und dann das Foto in viele Einzelteile auseinandernehmen. Das dumme ist nur, wenn ich z.B. einen Arm ausschneide (am Computer mit einem Bildbearbeitungsprogramm), dann ist da, wo der Arm war ein Loch im Körper. Das muß ich dann retuschieren, d.h. ich „male“ etwas hin, was so aussieht wie der Rest des Körpers. Also wenn Sachen auf einem Foto übereinander / hintereinander angeordnet sind, wird es aufwendig.

In der gif-Animation sieht man die fertigen Einzelteile:
Fuß links, Fuß rechts, Körper, Auge links, Auge rechts, Arm links, Klaue links, Arm rechts, Klaue rechts.
9 Einzelteile, die jetzt alle einzeln bewegt werden können!
Der graue Hintergrund ist später nicht mehr zu sehen.


So sehen die „Ebenen“ in Photoshop aus, man muß sie gut benennen, sonst findet man seine Sachen nicht mehr, wenn man später mal so 100 Ebenen hat:

Diese Ebenen werden dann in das Animationsprogramm (in meinem Fall: After Effects) importiert und ein neues Projekt erstellt mit der richtigen Größe (hier 1920 x 1080 Pixel (HD-Format) und 1 Minute Länge.
Ich habe einen hellgrauen Hintergrund angelegt und einen braunen Streifen als Boden (das kann man in After Effects als Farbflächen machen.

Jetzt mußte ich noch für praktisch alle 9 Einzelteile der Krabbe den sogenannten Ankerpunkt festlegen (um den sich alles dreht, beim Arm z.B. das Schultergelenk, oder an einer Klaue das gedachte Handgelenk)
Fast alle Bewegungen in diesem Film sind Drehungen (Arme, Füße, Klauen) oder Änderungen der Position (z.B. Augen oder die Krabbe von rechts nach links) und dafür ist es wichtig, wo man den Drehpunkt setzt.
Hier z.B. der Ankerpunkt vom Arm auf der rechten Seite:


In After Effects gibt es wieder die Ebenen (wie in Photoshop), aber jetzt kann man sie bewegen. Der gelbe Streifen ist die Krabbenkörperebene (und alle anderen Teile der Krabbe sind mit ihr verknüpft: wo der Körper hingeht, gehen alle anderen Teile auch hin (die Füße wackeln dabei hin und her, das sind die vielen grauen Punkte unter den grauen Streifen (Füße)


Ingesamt waren es ca. 100 Ebenen in diesem Film! (aber das hat verschiedenste Gründe) Ton/sound war noch dabei, ein paar Textebenen…

Wichtig ist bei allen Bewegungen das „Timing“: wann bewegt sich die Krabbe, wann bleibt sie kurz stehen, wann hebt sie die Arme, wann bewegen sich die Augen oder die Klauen… Und mit welcher Geschwindigkeit? Und mit welcher Beschleunigung…
Oh Mann- unglaublich viel Arbeit!


Die Geräusche sind zum Teil selbstgemacht: Kieselsteine aneinandergerieben, Plop, Wump, Pffff, alles aufgenommen mit einem iPad (mit Extra-Mikrofon) und GarageBand und dann in After Effects importiert und an die richtige Stelle bildgenau geschoben.
Zwei Geräusche: das „Schlaggeräusch“ und der Schlußjubel sind von der Internetseite >freesound.org< dort gibt es Töne die man zum größten Teil problemlos verwenden kann. Sie werden am Schluß bei den „credits“ genannt:

Trickfilm ist schön, macht aber viel Arbeit!
Aber mir macht es großen Spaß Sachen so hinzukriegen, dass andere Leute den Eindruck haben, hej da bewegt sich was, da wirkt etwas lebendig, da läuft eine kleine Geschichte ab und das nur, weil unsereiner mit viel Zeitaufwand und viel Mühe einen Trickfilm gemacht hat, der aus 25 einzelnen Bildern pro Sekunde besteht!


Schickt mir Ideen, oder Skizzen, oder Fotos von gebastelten Sachen oder Entwürfe von Figuren…. Mal sehen, was daraus werden kann.

Mit den besten Animationsgrüßen!
Dieter Fleischmann

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